24
JUN
2022

Mannheimer Morgen Redakteurin Angela Boll – unsere Siegerin der Herzen

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Es ist gleichzeitig ein emotionaler und stolzer Moment, als die Gewinnerin des Theodor-Wolff-Preises für das beste lokale Stück in Berlin verkündet wird. Denn am Ende wählt die Jury nicht die Sonderseite „Abschiednehmen in der Pandemie“ von „MM“-Redakteurin Angela Boll als bestes Stück aus. Sondern entscheidet sich für den Artikel „Gustavs letzter Gang“ von Judith von Plato (Märkische Allgemeine Zeitung, Potsdam), der den Weg eines Ochsen zum Schlachter beschreibt. Die Begründung der Jury: „Vorbildlich, präzise, in einer eigenen Sprache mit lauter kurzen Sätzen“ habe die Autorin den Weg eines Ochsen zum Schlachter ohne jede Wehleidigkeit oder Idealisierung nachgezeichnet. Eine, die sich ebenfalls mit der Nachwuchsjournalistin über diese Entscheidung freut, ist unsere Kollegin Boll selbst: „Ich war überrascht, dass Nicht-Gewinnen so viel Spaß macht. Ich bin glücklich darüber, schließlich hat meine absolute Favoritin gewonnen“, sagt die Lokalreporterin nach der Verleihung am Mittwoch mit 150 Festgästen im Radialsystem V in Berlin. Neben der „MM“-Sonderseite konkurrierte die Geschichte „Kidane und Herr Schweitzer“ von Sigrid März um den Preis, die im Stadtteil Coerde in Münster spielt, wo jedes zweite Kind in Armut lebt.

Tatsächlich ist der „Mannheimer Morgen“ bei dieser Verleihung für einen der renommiertesten Journalistenpreise Deutschlands, getragen vom Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) nicht leer ausgegangen – im Gegenteil. Was bleibt, ist nicht nur eine einzigartige Geschichte, die stellvertretend für viele Verstorbene den Abschied eines infizierten Mannes sowie die Gedanken derer, die ihn begleitet haben, erzählt. Und damit ganz Mannheim tief bewegt hat. Sondern auch eine Mannheimer Geschichte, die unter mehr als 400 Einsendungen so herausgestrahlt hat, dass sie für die Jury eine der drei besten lokalen Stücke gewesen ist.

Zwar hat sich die Jury am Ende gegen die Mannheimer Geschichte entschieden. Was für Boll viel mehr zählt, als zu gewinnen: „Die größte Auszeichnung ist für mich, dass ich die Menschen berührt habe.“ Das sehen auch die Mannheimer und Mannheimerinnen so. In den sozialen Netzwerken etwa ist die Freude über die Nominierung weiterhin ungebrochen – und „MM“-Redakteurin Angela Boll für viele einfach „die Siegerin der Herzen“.


Angela Boll mit der Preisträgerin Judith von Plato.

 

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